| Datum | Ereignis | |
| 14. Dezember 1895 | Geburt | in Gotha/Thüringen/Deutschland |
| 12. Februar 1896 | Taufe | in der Evangelisch-Lutherischen Margarethen/Süd-Kirche in Gotha - Paten: Ledige Anna Schüler aus Crossen an der Elster, die Schwester der Wöchnerin . - Vater: nichts Näheres bekannt. - Mutter: Alma Schüler, Konfession evangelisch, Beruf unbekannt, geboren in Crossen an der Elster. Eltern der Mutter von Friedrich Schüler: Friedrich Julius Schüler, Huf- und Waffenschmiedemeister aus Noeben, evangelisch. Johanne Christiane verehelichte Schüler, geborene Schütz aus Tautenhein, erste Frau, evangelisch. Deren Kinder: Selma Alma, erstes eheliches Kind, geboren am 7. Juli 1873. Alma Anna, drittes eheliches Kind, geboren am 19. Mai 1877. Johanne Marie, viertes eheliches Kind, geboren am 13. August 1879. |
| ab ca. 1898 | Pflegefamilie | Aufnahme in das Waisenhaus der Franziskanerinnen in Olpe. Von hier aus Vermittlung als Pflegekind in die Familie Johann Josef Wacker (genannt Heeske) und Maria Anna, geborene Kühr, in Waukemicke bei Olpe, Pfarrei Rhode. |
| 26. April 1908 | Erstkommunion | Nummer 28 in der Erstkommunikantenliste, Rhode |
| 5. Dezember 1908 | Firmung | Nummer 152 der Firmlinge von Rhode, Firmung durch den Bischof von Paderborn |
| bis 1908 | Volksschule | Besuch der Volksschule in Rhode, (bis zu seinem 13. Lebensjahr) |
| bis Obertertia | an der Rektoratsschule in Olpe, (Vorbereitung durch Privatunterricht) | |
| bis Oberprima | am Gymnasiums in Attendorn | |
| 8. März 1913 | Die Mutter von Friedrich Schüler gibt die notarielle Einwilligung zur Adoption. | |
| 8. April 1914 | Adoption | durch Martin Kühr, Rhode |
| 19. Juli 1915 | Kriegsabitur | am Gymnasium in Attendorn |
| 20. Juli 1915 bis 23. Januar 1919 | Kriegsdienst | Soldat, nach der Grundausbildung |
| vom 10. September 1915 bis 15. September 1918 | Kriegsdienst | im Feld |
| vom 18. September 1918 bis 23. Januar 1919 | Kriegsdienst | im Lazarett |
| 1917 Ostern | Studium neben Kriegsdienst | (Mai) Immatrikulation für Math. u. Naturwissenschaft. (Vom Felde aus belegt, ein belegen von Vorlesungen war vom Feld aus nicht möglich. Er beantragte später, dieses Semester anzuerkennen). |
| 1918 und 1919 | Studium neben Kriegsdienst | Studium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Eingetragen unter Nr. 449. Rubrik „Rechts – und Staatswissenschaftliche Fakultät. Das Sternchen verweist auf Kriegsteilnahme. Das Abgangszeugnis vom 1.4.1919 wurde von Ihm am 5.4.1919 eigenhändig in Empfang genommen. |
| 1919 Ostern (2. Mai 1919) | Studium | Universität in Frankfurt a. Main, wo er an allen seit dieser Zeit gelesenen Semestern teilnahm |
| im Oktober 1920 | Verlobung | mit Sophie Helene Keespe |
| 3. August 1920 | Anmeldung zur Promotion | Zum Dr. rer. pol. |
| 18. August 1920 | Promotion | Dr. Titel erhalten |
| Anschließend Privatsekretär von Professor Hitze in Münster. Spätere Tätigkeiten: in der Industrie bei Rudolf ten Hompel in Münster sowie an einer Privatbank in Essen. | ||
| 6. November 1922 | Hochzeit | Hochzeit mit der Studienrätin Helene Keespe aus Attendorn. (Die Ehe blieb kinderlos.) |
| ab 1923 | Experte für Wirtschaftsfragen bei der Christlich-Nationalen Arbeitnehmerschaft und bei der Christlichen Gewerkschaft in Berlin. | |
| ab 1924 | Führender Wirtschaftsredakteur der Tageszeitung "Germania" in Berlin | |
| ab 1927 | Zunächst Pressechef des Reichsfinanzministeriums in Berlin; kurze Zeit später (zusammen mit Dr. Heinrich Brüning, Dr. Wilhelm Marx und Prälat Dr. Ludwig Kaas) Gründung der "Gesellschaft zur Förderung der politischen Bildungsarbeit" (von der Zentrumspartei organisatorisch zwar unabhängig, weltanschaulich aber ihr nahe stehend). | |
| 1927 bis 1933 | Rege Vortragstätigkeit zu wirtschaftspolitischen und sozialen Fragen in Schlesien, Ostpreußen, in der Pfalz, in Münster, Paderborn, Köln, Bonn, Aachen usw. Hauptsächliche Themen: Liberalismus, Kollektivismus, Individualismus, Kommunismus, Marxismus und Nationalsozialismus aus der Sicht der Katholischen Soziallehre, insbesondere der Sozialenzykliken der Päpste. Kontakt zu Pater Gundlach und Prof. Dr. Oswald von Nell-Breuning (der maßgeblich an der Konzeption von "Quadragesimo Anno" beteiligt war). Einführung führender Zentrumspolitiker in die Gedankenwelt dieser Enzyklika, z.B. Reichskanzler Marx, Reichsarbeitsminister Dr. Heinrich Brauns, Reichstagsabgeordneter Joseph Joos. | |
| Kurz vor dem Krieg | Dr. Kühr gehört dem „Königswinterer Kreis“ an. | |
| 1933 | Nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten Auswanderung nach Südafrika | |
| 1934 | Weil Frau Kühr auf Grund des dortigen Klimas schwer erkrankte, Rückkehr nach Europa, zunächst nach Österreich. | |
| 1934 - 1935 | Stellvertretender Redakteur für Wirtschaftsfragen am (christlich-sozialen) "Grazer Volksblatt" | |
| Ende Dezember 1935 | Österreichischer Staatsbürger | |
| Wohnung: | ||
| 02. Januar 1936 bis 18. Januar 1936 | in 1, Wollzeile 16/12 Graz 1, Neutag S3/3 ? | |
| ? bis 19. Februar 1936 in 7, Kircheng. 41 / Gem. Bellaria ? | ||
| 24. Januar 1936 bis 29. Juni 1936 | Wien, Alserstraße 45/10 | |
| 2. Juli 1936 bis 28. August 1937 | Wien, Kleine Sperlgasse 7/8 | |
| 9. September 1936 bis 28. August 1937 | Wien, Grillparzerstraße 14/11 | |
| 1936 bis 1938 | Generalsekretär der Österreichischen Arbeitskammer und zugleich der Österreichischen Gewerkschaften | |
| während des Jahres 1938 | Besuch Frau Kührs in Brasilien. Während ihres Aufenthaltes in Südamerika marschieren die Nationalsozialisten in Österreich ein. Eine Rückkehr nach Europa ist unmöglich. In Rolandia (Brasilien) baut sie eine Kaffee- und Viehfarm (Fazenda) auf. | |
| 1. April 1938 | Dr. Kühr wird in Österreich von der SS und der Gestapo verhaftet. | |
| 1938 bis 1943 | Konzentrationslager Dachau | 2. April 1938 - 27. September 1939 in Dachau – Gefangenen-Nummer 13.796 |
| 27. September 1939 - 2. März 1940 in Flossenbürg (Österreich) (Während der vorübergehenden Räumung des Lagers) | ||
| 02. März 1940 - 19. September 1943 wieder in Dachau – Gefangenen-Nummer. 139 | ||
| Während des Aprils 1942 | Dr. Kühr trifft im KZ Dachau auf Pater Joseph Kentenich. Durch ihn erhält er zunächst eine allgemeine Einführung in die Welt seiner Schönstatt-Gründung. Später wird Dr. Kühr von Pater Kentenichs Idee vom Bau des Familienwerkes tief beeindruckt. | |
| Ab Mai 1942 | Intensivschulung durch Pater Kentenich | |
| 16. Juli 1942 | Pater Kentenich gründet im KZ Dachau das Familienwerk (in der Intention des Familienverbandes). Dr. Kühr erklärt sich bereit, für diese Gründung zur Verfügung zu stehen, unter der Voraussetzung, dass er das KZ lebend verlassen und dass seine Frau seinem Versprechen zustimmen werde. Beide Voraussetzungen erfüllten sich später. Priesterlicher Assistent bei der Gründung war Pater Albert Eise; ferner war Joseph Joos zugegen. | |
| 19. September 1943 | Dr. Kühr wird aus dem KZ Dachau entlassen. Zunächst begibt er sich nach Wien, wird jedoch noch im selben Monat von der Gestapo nach Deutschland beordert, wo er zu Verwandten nach Versmold (Westfalen) kommt. | |
| 4. bis 7. Januar 1944 | Erster Besuch in Schönstatt (heimlich, weil er noch unter Gestapo-Aufsicht steht). | |
| 1. Februar 1944 bis Kriegsende | Dr. Kühr bearbeitet im Versicherungsbüro Karl Stephan, Borgholzhausen, Kreis Halle (Westfalen), Versicherungs- und Bombenschäden. | |
| Im Mai1944 | Fritz Kühr erhält eine erste Nachricht von seiner Frau (Laut Brief an Schw. Felizitas vom 22. Mai 44). | |
| Ab April 1945 | Dolmetscher beim englischen und amerikanischen Militärkommando in Versmold | |
| ab Juni 1945 | Dr. Kühr wird Direktor der Stadtsparkasse Gütersloh. Er bereitet die Neugründung der Zentrums-Partei in Westfalen vor. In Gütersloh ist Dr. Kühr Mitgestalter des Hilfsausschusses für Kriegsgeschädigte und des Gütersloher Nothilfswerkes, Vorsitzender des Entnazifizierungsausschusses für Beamte und engster Berater des Stadtdirektors Thöne. Auf Wunsch von Berliner Stellen verfasste er zusammen mit einem Gütersloher Freund im Herbst 1946 eine Denkschrift über brennende Fragen des deutschen Wiederaufbaues und im Frühjahr 1947 eine Denkschrift über eine organische Lösung des Währungsproblems. Auf der ersten Nachkriegstagung des Katholischen Männerwerkes in Fulda hält Dr. Kühr das Hauptreferat, das viel Beachtung findet. Die Übernahme eines politischen Amtes lehnt er ab. | |
| im Laufe des Jahres 1946 | Dr. Kühr bittet Pater Kentenich um vorläufige Entbindung von seiner Aufgabe im Familienwerk; Pater Kentenich stimmt zu. | |
| im Jahr 1947 | Pater Kentenich besucht während seiner Brasilienreise Frau Kühr in Rolandia. | |
| im Oktober 1947 | Rolandia, Brasilien | Dr. Kühr erhält die Ausreisegenehmigung nach Südamerika und fliegt zu seiner Frau nach Brasilien. In Brasilien kommt Dr. Kühr gesundheitlich schwer leidend an (Fußleiden, Magen- und Darmbeschwerden und schließlich Leberkrebs); zur Arbeit auf der Farm ist er nicht in der Lage. |
| Sommer 1949 | Dr. Kühr besucht Pater Kentenich in Londrina | |
| während des Jahres 1950 | Dr. Kührs Gesundheitszustand verschlechtert sich | |
| 18. August 1950 | Pater Kentenich schreibt in einem Brief an Dr. Kühr u.a.: "... Was ich Dir nun sagen darf? Alles, was Deine wenigen Zeilen enthalten, wollte ich Dir mit anderen Worten geschrieben haben. Es ist dieselbe Blankovollmachts und Inscriptiohaltung, die Dir das schwere Leid in Dachau tragen half. Ich danke Gott, danke auch Dir, dass Du dieser Gesinnung treu geblieben bist, danke Dir vor allem, dass das Feuer Deiner Schönstattliebe trotz Deiner anderen Interessen so stark geblieben, dass Du Dein Leben für das Schönstattwerk anbietest. Ich weiß, dass es ernst gemeint ist, weiß auch, dass dieses Opfer fruchtbar ist, fruchtbarer als alle meine persönliche Tätigkeit. Gott segne Dich deshalb dafür! ..." | |
| 27. Oktober 1950 | Dr. Kühr stirbt in Rolandia (Brasilien) | |
| 7. Dezember 1950 | Am Vigiltag vom Feste Maria Immakulata, findet in den Grotten von St. Peter zu Rom eine Gedächtnisfeier für ihn statt. Am Ottonenaltar, inmitten einer auserlesenen Gemeinde, feiert Pater Gundlach S.J. das heilige Messofper. Durch das Heilige Jahr vereinte Freunde aus Deutschland, Österreich und Brasilien, den Ländern seiner Wirksamkeit, sowie solche aus der Vatikanstadt beten gemeinsam um die ewige Seelenruhe desjenigen, der hier auf Erden über Gebühr mit Unruhe und Heimatlosigkeit geplagt war. | |
| Im Laufe des Jahres 1967 | Bitte an Frau Kühr, Fritz Kühr nach Londrina zum Heiligtum umbetten zu dürfen. Frau Kühr wohnt inzwischen in Sao Paulo. | |
| 22. Juni 1973 | Besuch einer Delegation bei Frau Kühr mit der Bitte, Fritz Kühr nach Londrina zum Heiligtum umbetten zu dürfen. Frau Kühr geht auf die Bitte ein. Sie gibt eine mündliche Zusage. | |
| 12. August 1973 | Dr. Heinrich Hellbrügge, der Neffe von Frau Kühr und Erbe unterschreibt nach Rücksprache mit den Verwandten die Schenkungsurkunde. | |
| 26. September 1973 | Morgens um 9.00 Uhr unterschreibt Frau Kühr die Schenkungsurkunde | |
| 13. Dezember 1973 | Frau Kühr stirbt in Sao Paulo. | |
| 16. Juli 1974 | Die Gebeine von Friedrich Kühr werden nach Londrina (Brasilien) überführt und beim dortigen Heiligtum beigesetzt. |
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